Wir haben alle eine subjektive Wahrnehmung. Das erleichtert uns im Alltag viele Prozesse, da wir dadurch schneller Entscheidungen treffen und Handeln können. Manche unserer Handlungen machen wir durch Übung und Erfahrung so automatisch, dass wir nicht mehr bewusst darüber nachdenken müssen, zum Beispiel Gehen oder Fahrrad fahren.

Wahrnehmung schulen

Diese effizienten Alltagsprozesse unseres Gehirns erschweren es uns, kreativ zu sein oder Dinge unvoreingenommen wahrzunehmen. Zunächst ist es wichtig, uns überhaupt darüber bewusst zu werden, dass unsere Wahrnehmung von unseren Erfahrungen und anderen Faktoren geprägt wird. Jeder von uns hat eine andere subjektive Wahrnehmung.

Wir können unsere Wahrnehmung schulen, indem wir in unserem Alltag Handlungen bewusster durchführen oder unsere Umgebung bewusster wahrnehmen. Dabei können wir auf kleine oder neue Details achten. Unbewusstes wird uns auch bewusst, wenn sich Abläufe verändern. Beispiele hierfür sind neue Aufbewahrungsorte für häufig genutzte Dinge, wie Haustürschlüssel, oder die Veränderung des gewohnten Arbeitswegs, der durch eine Baustelle versperrt ist und uns zu einer Umleitung zwingt. Wir können uns zunächst nur schwer an den neuen Weg gewöhnen. Ausprobieren kann man diese Erfahrung, in dem Sie einfach mal Ihre Kaffeemaschine oder Ihren Wasserkocher an eine andere Stelle in der Küche stellen und beobachten, wie viele Tage es dauert, bis Sie sich an den neuen Standort gewöhnt haben.

Neue Möglichkeiten entdecken

Wenn wir uns bewusst auf unsere Umgebung oder Mitmenschen konzentrieren, werden Veränderungsmöglichkeiten erkennbar. Dadurch können neue Lösungen, Produkte oder Dienstleistungen entstehen. Auch bestehende Handlungsweisen können von uns auf ihre Sinnhaftigkeit und Funktionalität hinterfragt werden. Zum Beispiel: Gibt es vielleicht einen schnelleren oder besseren Weg Kaffee zu kochen? Wie kochen meine Mitmenschen Kaffee? Wie wird in anderen Kulturen Kaffee gekocht?

Diesen Forscherdrang können wir in allen Bereichen unseres Alltags umsetzen. Dadurch erweitern wir unsere Wahrnehmungsfähigkeiten und stellen vermeintlich feststehende Denkmuster in Frage.

Ich möchte nicht unerwähnt lassen, dass uns bewusste Wahrnehmung, Forscherdrang und Hinterfragen Energie und Konzentration kostet. Automatisierte Handlungen zu verändern, ist für das Gehirn anstrengend. Probieren Sie es dennoch aus und entscheiden Sie selbst, in welchen Bereichen Ihres Lebens Sie einmal „out of the box“ denken möchten.

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